Eiseninfusion Merkblatt

Erstellt von: Felix Huber, Corinne Chmiel, Stefanie MoserZuletzt revidiert: 04/2021 Letzte Änderung: 04/2021

Intravenöse Eisenverabreichung

  • Intravenöse Eisensubstitution ist angezeigt, wenn orales Eisen wegen Nebenwirkungen nicht vertragen oder schlecht resorbiert wird oder bei sehr schwerer Eisenmangelanämie (z. B. Hb < 70 g/l)
  • Allergien sind bei Ferinject® selten, aber nicht ausgeschlossen
  • Bei intravenöser Eisengabe soll eine perorale Eisensubstitution ausgesetzt werden
  • Ferinject® sollte nur angewendet werden, wenn ein Arzt oder eine Ärztin verfügbar ist, der/die die anaphylaktische Reaktion bewerten und behandeln kann, sowie nur in einer Einrichtung, in der alle Vorrichtungen zur Reanimation vorhanden sind
  • Patienten sollten aktiv vor jeder Verabreichung von Ferinject® nach früheren unerwünschten Wirkungen intravenöser Eisenpräparate befragt werden.

Ferinject®

  • Ferinject® als Kurzinfusion (verdünnt in physiologischer Kochsalzlösung) verabreichen: 500–1’000 mg in 250 ml NaCl 0,9 %; Infusionszeit 15 min (maximal 30 min)
  • Die wöchentliche Maximaldosis von 1’000 mg Eisen bzw. 20 mg Eisen/kg Körpergewicht als Infusion darf nicht überschritten werden.

Technik der intravenösen Gabe

  1. Ampullen erst öffnen, wenn die Infusion gelegt ist und einwandfrei läuft. 1 Ampulle Ferinject® 500 mg kostet CHF 177.40, 1’000 mg CHF 338.40
  2. Zum Aufziehen von Ferinject® wird die Stechampulle horizontal gehalten und angestochen. Eine Restmenge wird in der Stechampulle zurückbleiben
  3. Die parenterale Eisensubstitution muss streng intravenös erfolgen. Bei einer versehentlichen paravenösen Verabreichung von Ferinject® muss diese unverzüglich unterbrochen und ein Arzt zugezogen werden
  4. Der pH-Wert von Ferinject® liegt im physiologischen Bereich zwischen 5,0 und 7,0. Deshalb kann es sein, dass Paravasate keine Symptome wie Schmerzen oder Brennen verursachen. Aus diesem Grund sollte die Infusions- oder Injektionsstelle gut beobachtet werden. Es kann eine langanhaltende braune Verfärbung und eine Reizung der Haut entstehen. Die Stelle ist vorsichtig unter Vermeidung von Druck zu kühlen. Es wird nicht empfohlen, mit NaCl nachzuspülen oder mit Heparin-Gel zu kühlen, weil es auf diese Weise zu einer Ausdehnung der betroffenen Stelle kommen kann
  5. Für Infusionen, die mehrere Minuten dauern, sollen intravenöse Katheter (z. B. Venflon) gebraucht werden
  6. Patienten sollten bei einer Erstgabe während und über mindestens 30 Minuten nach der Applikation von Ferinject auf Anzeichen und Symptome einer Überempfindlichkeitsreaktion beobachtet werden. Während dieser Zeit wird der Zugang in der Vene belassen, um bei allergischen Reaktionen möglichst rasch reagieren zu können.

Ferritinkontrolle nach Eisenverabreichung

Das Ferritin im Serum soll nach intravenöser Eisenverabreichung frühestens nach 3 Monaten kontrolliert werden (bei peroraler Gabe frühestens nach 6–8 Wochen). Bei einem Infekt kann das Ferritin fälschlicherweise erhöht sein. Kann mit gleichzeitig gemessenem CRP beurteilt werden.

Verrechnung Eiseninfusionen

04/2021
Felix Huber, Corinne Chmiel, Stefanie Moser

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