Bariatrische Chirurgie – Nachkontrollen

Creato da: Corinne ChmielUltima revisione: 01/2023 Ultima modifica: 01/2023

1. Einleitung

Es existieren international und national eine Fülle von Guidelines, die sich zum Teil massiv unterscheiden. Die SMOB (Swiss Society for the Study of Morbid Obesity and Metabolic Disorders) hat für die Schweiz Guidelines zur bariatrischen Nachsorge erstellt. Gemäss diesen Guidelines sind die bariatrischen Zentren eigentlich verpflichtet, die lebenslange Nachsorge für ihre Patienten sicherzustellen. Jedoch wünschen die Patienten häufig die Nachsorgen insbesondere mittelfristig lieber bei Ihren HausärztInnen durchführen zu lassen. Demnach ist es wichtig, dass die Hausärzte eine möglilchst evidenzbasierte Vorlage zur Nachsorge zur Hand haben. Dies soll dieses Factsheet sicherstellen.

 

 

 

2. Reguläre Kontrollen

Die klinischen Nachkontrollen bei problemlosem Verlauf sind je nach Zentrum etwas unterschiedlich, in der Regel zwei, vier, acht und 12 Wochen postoperativ, dann dreimonatlich. Im zweiten postoperativen Jahr alle sechs Monate, dann jährlich. Bei Problemen häufiger und gezielter. Die Nachkontrollen beinhalten nicht nur eine Laborkontrolle inklusive Nährstoffe (Tabelle 2),sondern auch Gewichts- und Blutdruckkontrollen, Anpassung der Medikation je nach Komorbidität und Beratung bezüglich der Ernährung und Bewegung. Obwohl eine ausführliche Ernährungsinstruktion und Assessment der Mikronährstoffsituation schon vor bariatrischer Operation der Standard sind, ist es wichtig diesen auch nachher regelmässig zu monitorisieren.

 

Checkliste für reguläre Kontrollen

 

3. Ernährungs- inkl. Mikronährstoffmanagement

Supplementation

  • Wegen gewollten kleiner Mahlzeitenmenge und Malabsorption besteht nach bariatrischen Interventionen das Risiko für Mikronährstoff- und Proteinmangel. Deswegen wird allen Patienten eine Supplementation angediehen, in der Regel mit einem Multivitaminmineralstoff (MVM)-Präparat

  • Die genaue Berechnung des Bedarfs der Supplementation hängt auch von den Ernährungsgewohnheiten des Patienten ab. Die Bedarfsberechnung ist die Domäne der Ernährungsberatung. Tabelle 1 zeigt Richtwerte an.

  • Die Empfehlungen dienen der Prophylaxe eines Mangels. Bei nachgewiesenem Mangel oder entsprechender Symptomatik muss eine Dosisanpassung erfolgen

  • Es existieren keine Daten oder Empfehlungen, wie lange nach LAGB (Laparoscopic Adjustable Gastric Banding) oder SG (Schlauchmagen) eine prophylaktische Supplementation erfolgen soll

  • Bei allen Bypässen soll eine lebenslange Supplementation In Abhängigkeit von Ernährung und operativen Verfahren kann zumindest teilweise eine ausreichende Zufuhr mit Makro- und Mikronährstoffen erfolgen

  • Standard-Supplementation:

    • MVM-Präparat 1x/d (nicht von der Krankenkasse übernommen, z. B. Supradyn®, FitForMe®)

    • Täglich 1‘200–1‘500 mg Calcium (Nahrung und Supplement zusammen berechnet): Initial 2 x täglich Calcimagon D3 (500 mg Calcium) bei verminderter postoperativer Resorption und veränderter Essgewohnheit, ab 3 Monate postoperativ Calciumzufuhr in der Nahrung ermitteln und Anpassung der Supplementierung

    • 3‘000 IU Vitamin D, Anpassung gemäss Plasmaspiegel siehe Tabelle 2.

Tabelle 1: Prophylaktische Supplementation nach adipositaschirurgischen bzw. metabolischen Operationen      

 

 

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