Factsheet Heuschnupfen

Erstellt von: Felix Huber|Zuletzt revidiert: 08/2015

Antihistaminika und Cortison bei Heuschnupfen

Welche Antihistaminika sollen eingesetzt werden?

 Zur Behandlung des der Pollinose eignen sich grundsätzlich Antihistaminika der zweiten Generation, die spezifisch H1 -Rezeptoren blockieren. Folgende Substanzen sind in der Schweiz erhältlich:

  • Cetirizin* (Zyrtec® , Generika)
  • Loratadin* (Claritine® , Generika)
  • Fexofenadin* (Telfast® , Telfast Allergo® , Generika)
  • Bilastin (Bilaxten® )
  • Desloratidin (Aerius® , Generika)
  • Levocetirizin (Xyzal® , Generika)

* diese Substanzen sind ohne Verschreibung zur Selbstmedikation erhältlich.

mediX  empfiehlt:

  • 1. Wahl: Cetirizin, Loratadin oder Fexofenadin
  • Reservemedikament*: Bilastin. Bilaxten® soll nur verordnet werden, wenn Patienten unter den Antihistaminika der 1. Wahl über zu starke Sedation klagen.

• Nicht verschreiben: Aerius® und Xyzal® sind Scheininnovationen ohne Zusatznutzen - Aerius® ist das R-Enantiomer von Cetrizin, Xyzal® der aktive Metabolit von Loratidin.

*Anmerkung: Bilastin ist weitgehend entbehrlich. Möglicherweise ruft es etwas seltener eine Sedation hervor (1,2), die aber auch bei den anderen Antihistaminika der 2. Generation i.d.R. kein relevantes Problem darstellt. Bei rund 25 Personen müsste man Cetirizin durch Bilastin ersetzen, um einer Person Müdigkeit oder Schläfrigkeit zu ersparen (1). Nachteilig ist, dass Bilastin nur nüchtern eingenommen werden soll (1).

Cortison-Injektion bei Heuschnupfen?

 Hintergrund:

  • Es gibt immer wieder Heuschnupfen-Patienten, die mit dem Wunsch nach einer Cortisonspritze in die Praxis kommen.

Wirksamkeit:

  • Belastbare Studiendaten zur systemischen Cortisontherapie von Heuschnupfen liegen nicht vor.
  • Erfahrungsgemäss ist Triamcinolon, z.B. Triamcort Depot® i.m. (40-80mg), bei Pollinose hoch wirksam. Perorale Steroide (z.B. Spiricort®) wären eine Alternative, werden aber nur selten vom Patienten gewünscht.

Risiken und Nebenwirkungen:

Es handelt sich um eine rein symptomatische Behandlung, die ein Restrisiko für Infekte birgt und das Osteoporose-Risiko leicht erhöht.

mediX empfiehlt:

  • Die Cortison-Injektion kann als Alternative zur Antihistaminika-Therapie eingesetzt werden, sie sollte dem Patienten jedoch nicht aktiv vorgeschlagen werden, sondern allenfalls auf dessen Initiative hin erfolgen.

Literatur:

  1. Masche UP: Bilastin. Pharma-Kritik 4/2012
  2.  Church MK: Safety and efficacy of bilastine: a new H1-antihista-mine for the treatment of allergic rhinoconjunctivitis and urticaria. Expert Opin Drug Saf 2011; 10: 779–793.

 

Mai 2015

Autor: Dr. med. Felix Huber, Zürich